Hoeneß schockiert über WM-Ticketpreise: „Das lehne ich komplett ab“
Von Jörg Soldwisch
München – Auch Uli Hoeneß (74) übt deutliche Kritik an der Eintrittspreisgestaltung des Fußball-Weltverbandes für die bevorstehende Weltmeisterschaft im Sommer.
„Was die FIFA derzeit mit den Preisen für die WM in den USA veranstaltet, kann ich absolut nicht gutheißen. Das hat für mich nichts mehr mit dem Fußball zu tun, wie ich ihn mir vorstelle“, erklärte der Ehrenpräsident des FC Bayern München in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Ein Punkt liegt Hoeneß dabei besonders am Herzen: „Das WM-Finale darf auf keinen Fall zu einer Show wie der Super Bowl verkommen.“
Er berichtete von einem Bekannten, der das NFL-Endspiel in der Loge eines Milliardärs verfolgt habe: „Diese Loge kostete für einen Tag 1,5 Millionen Dollar – für 20 Personen. Das entspricht 75.000 Dollar pro Person. Manche haben das Spiel nicht mal wirklich verfolgt, der Fokus lag vor allem auf der Halbzeitshow.“
Kürzlich wurden auf einer offiziellen Wiederverkaufsplattform des Weltverbands vier Karten für das WM-Finale zu jeweils fast 2,3 Millionen Dollar angeboten.
Für das Auftaktspiel der USA am 12. Juni in Los Angeles gegen Paraguay liegen die noch verfügbaren Ticketpreise zwischen 1120 (ca. 950 Euro) und 2735 US-Dollar (rund 2325 Euro).
Die FIFA steht wegen der hohen Eintrittspreise schon länger in der Kritik. Präsident Gianni Infantino verteidigte die Preisgestaltung kürzlich mit dem Argument, sie entspreche dem Markt.
Hoeneß unterstrich, dass der FC Bayern neben kostspieligen VIP-Tickets auch Jahreskarten für 175 Euro anbiete. „Darauf bin ich sehr stolz. Ich möchte nicht, dass Fans mit geringerem Einkommen sich keinen Stadionbesuch mehr leisten können“, sagte der ehemalige Führungskraft des deutschen Rekordmeisters.
„Gerade diese Fans gehören zum Fußball. Es darf nicht dazu führen, dass sie nur durch Einsparungen beim Essen oder Urlaub ins Stadion gehen können. Fußballspiele müssen für alle möglich bleiben.“